Modul: 03 Farben

Die Farbenlehre umfasst die Systeme und Ordnung der Farbe. Neben Goethe und Newton ist der Farbkreis und die definierten Gesetzmässigkeiten nach Itten einer der bekanntesten. 

Farbenlehre nach Itten

Trotz verschiedener Farbkreise (unter anderem von Goethe und Newton) wird bis heute für die Farbenlehre – Systeme und Ordnung der Farbe der Farbkreis von Johannes Itten von 1961 hervorgezogen. Die Darstellung des lehrenden Meisters am Bauhaus in Weimar ist leicht verständlich und kommt mit wenigen Farben aus. Anhand des Farbkreises lassen sich die sich die Farbtheorien gut erläutern.

7 Kontrastgesetze der Farben (Itten)

Komplementärkontrast

Komplementärfarben liegen sich im Farbkreis gegenüber. Werden sie zusammen verwendet, haben sie enorme Ausdrucksstärke. Die deutlichen Kontraste sorgen für klare Linien zwischen den Gestaltungselementen, welches sich beim Corporate Branding gut einsetzen lässt. Diese komplementäre Kombination wirkt meist frisch, dynamisch, laut, energiegeladen, spannend und leuchtend. Entsättigt können interessante Farbschemas entstehen.

Photo by Ruslan Bardash, Erik Mclean, Rae Tian

Farbe-an-sich-Kontrast

Dabei werden drei verschiedene reine Farben verwendet. Diese liegen im Farbkreis weit auseinander und erzeugen so eine Wirkung von bunt, fröhlich und kraftvoll. 

Diese Mischung wird oft in der freien Kunst oder für lebhafte Fotos verwendet. Um eine zurückhaltende Wirkung zu erzeugen, werden Kontrast, Helligkeit oder Sättigung der Farben verändert.

Photo by Debby

 

Hell-Dunkel-Kontrast

Schwarz und Weiß (reine Nichtfarben) bilden den einfachsten, stärksten und wichtigsten Hell-Dunkel-Kontrast. Oft wird dieser Kontrast bei Logos und Signets verwendet.

Gelb und Violett erzeugen den größten Kontrast bei reinen Farben. Während Magenta und Grün den geringsten Kontrast aufweisen und Beeinträchtigungen in der Gestaltung hervorrufen. Z.B beim Einsatz von Texten können diese unleserlich sein.

Mit Hilfe des Kontrastes erzeugt man Spannungen, diese können dramatisch, bedrohlich, aber auch kühl, nachdenklich, melancholisch oder mystisch wirken. Ebenso erzeugt man Plastizität, da helle Farben hervorstechen und dunkle eher in den Hintergrund treten.

Photo by 1: Marcus Lenk, 2: Annie Spratt, 3: David Hofmann 

 

Kalt-Warm-Kontrast

Der natürlich Ursprung liegt im täglichen Leben. So wird Blau mit Wasser und Eis assoziiert, welches kalt ist, während die Sonne und das Feuer mit Gelb und Rot in Verbindung steht und somit als warm wahrgenommen wird. Die jeweilige Farbtemperatur kann geändert werden. So kann ein Grün unter Zugabe von Gelb warm wirken, unter Zugabe von Blau eher kalt.

Auch wird er als Nah-Fern-Kontrast bezeichnet, und kann zur Erzeugung von Räumlichkeit eingesetzt werden, da warme Farben gegenüber den kalten nach vorne streben. So wirken Farben in der Ferne oft bläulicher. (Farbperspektive und Luftperspektive)

Grundsätzlich spielt er mit Wechselwirkungen leicht-schwer, schattig-sonnig, nah-fern, nass-trocken …

Photo by 1 & 3: Sylvia Skarbek, 2: Fernando Paredes Murillo, 4: Fares Nimri

 

Simultan-Kontrast

Das gleichzeitige Wechselwirken von Farbflächen beschreibt ein Phänomen, bei dem das Auge eine Farbe wahrnimmt und von der entsprechenden Umgebungsfarbe beeinflusst wird. Es wird eine virtuelle Farbe kreiert, die rein physiologisch ist. Erzeugt wird sie, damit auch unter ungünstigen Bedingungen Gegenstände deutlicher voneinander unterschieden werden können.

Die Bilder zeigen den Simultankontrast. Dieser bewirkt, dass die gleichhelle Blume vor weißem Hintergrund hellgrau erscheint und vor dunkelgrauem Hintergrund weiß.
Beim einem farbigen Simultankontrast erscheint der graue Würfel in roter Umgebung blau-grünlich und dunkler, während er in grüner Umgebung rötlich und heller wirkt.

Qualitätskontrast

Er beschreibt den Kontrast zwischen einer reinen, gesättigten Farbe und der weniger gesättigten Farbe.
Reduziert man die Farbqualität durch einzumischen von Schwarz oder Weiß in einer Farbe, wird sie getrübt, stumpf und gräulich. Somit spricht man von einer ungesättigten Farbe. Stellt man die gesättigte Fare dazu in Kontrast, erscheint die reine Farbe leuchtend und die Verbindung wird oftmals als harmonisch und ruhig beschrieben. Oft wird dieser Kontrast in monochromatischen Gestaltungen verwendet und erzeugt eine besondere Wirkung.

Photo by 1: Annie Spratt, 2: Dose Juice, 3: Vino Li, 4: Lewis Fagg, 5: Gabriella Clare Marino 

 

Quantitätskontrast

Dieser Kontrast bezieht sich auf die Größe einer Fläche bzw. Menge einer Farbe und ist somit eigentlich ein Formkontrast. Hierbei ist zu beachten, dass Farben unterschiedliche Intensitäten haben, so dass z.B. Gelb mit einer stärkeren Leuchtkraft prominenter erscheint als ein Violett auf gleicher Flächengröße. Johannes Itten beschreibt es so, dass die Wirkung von Farben in einem bestimmen Mengenverhältnis gleich groß ist. So ergibt sich, dass Gelb und Violett im Verhältnis 1:3, Orange und Blau im Verhältnis 1:2, Rot und Grün im Verhältnis 1:1 ausgewogen sind und einer harmonische Wirkung erzeugen.

Grundsätzlich erzeugt der Quantitätskontrast Spannung und Unruhe, was gerne auch in der Gestaltung genutzt wird. Sie kann aber auch verloren und schutzbedürftig wirken.

Photo by 1: Christian Chen , 2: Rodion Kutsaev, 3: Luka Verč, 4 und 5: Sylvia Skarbek, 5: Christian Stahl 

 

Kostenlose Kurse

Duis egestas aliquet aliquet. Maecenas erat eros, fringilla et leo eget, viverra pretium nulla. Quisque sed augue tincidunt, posuere dui tempor.

Premium Kurse

Duis egestas aliquet aliquet. Maecenas erat eros, fringilla et leo eget, viverra pretium nulla. Quisque sed augue tincidunt, posuere dui tempor.

Los geht’s?

Kontaktieren oder Mitglied werden